#003: Erreiche Deine Lebensziele durch nachhaltige Sparziele

Servus, mein Name ist Felix Großmann und es freut mich, dass du bei der heutigen Episode von „Jung Anlegen. Frei Leben.“ wieder dabei bist.

In der letzten Folge ging es darum, dir einen Überblick über deine Finanzen zu verschaffen. Das Ziel war, dass du im ersten Schritt dein aktuelles Sparpotenzial ermittelst. Also den Betrag, den du monatlich zurücklegen kannst. Im zweiten Schritt habe ich dir Möglichkeiten aufgezeigt, dein Sparpotenzial zu erhöhen.

Die heutige Episode baut darauf auf. Ich zeige dir, wie du dir nachhaltige Sparziele setzt. Du lernst unterschiedliche Techniken kennen, wie du deine Gründe fürs Sparen gezielt einsetzen kannst, um in schwierigen Zeiten durchzuhalten.

Vor allem bei langfristigen Zielen ist das der entscheidende Faktor für deinen Erfolg.

Dein „Warum“ verleiht dir Disziplin und Ausdauer.

Spezifiziere dein Lebensziel hinter dem Sparziel!

Beides wirst du auch dringend brauchen. Sparen heißt an vielen Stellen verzichten. Du schränkst deinen Konsum heute ein, um dir so ein Ziel in der Zukunft zu finanzieren.

Also wie kannst du optimale Voraussetzungen schaffen, um deine Sparziele zu erreichen?

Der erste Schritt besteht darin, dass du dein Lebensziel hinter dem Sparziel so detailliert wie möglich spezifizierst. Es ist wichtig, dass du eine möglichst genaue Vorstellung davon hast, für was du genau sparst.

Wenn du eine Weltreise machen möchtest, dann lege grob fest, welche Orte du bereisen möchtest. Mache dir Gedanken dazu, wie lange du wo bleiben möchtest. Suche dir die wesentlichen Sehenswürdigkeiten heraus, die du auf jeden Fall sehen möchtest.

Mit dieser Vorarbeit erreichst du zwei Dinge.

Kalkuliere ein realistisches Sparziel!

Zum einen kannst du dir so ungefähr ausrechnen, wie viel Geld du für dein Vorhaben benötigst. Du kannst dich informieren, wie viel die Flüge auf deiner Route kosten und mit welchen Unkosten du für Essen und Unterkunft zu rechnen hast.

Wenn du alles durchkalkulierst, dann steht am Ende ein realistisches Sparziel, auf das du hinarbeiten kannst.

Manchmal lässt sich das Sparziel aber auch mit wesentlich weniger Aufwand bestimmen. Wenn du dir ein neues Bike kaufen möchtest, dann ist dein Sparziel der Preis eines Modells, dass alle deine Anforderungen erfüllt.

Visualisiere deine Lebensziele, wenn dir das Sparen schwerfällt!

Der zweite Vorteil einer genauen Spezifikation besteht darin, dass du dir leichter tust, deine Ziele zu visualisieren. Bleiben wir beim Beispiel mit der Reise.

Wenn es dir mal schwerfällt zu sparen, dann kannst du dir die Orte bildlich ausmalen, die du besuchen kannst, wenn du dein Sparziel erreichst.

Deine Vorstellung der Niagara-Fälle, die du schon dein Leben lang live sehen möchtest, entwickelt eine ganz andere Kraft als „Ich möchte 20.000 Euro sparen, um eine Weltreise zu machen“.

Das zweite Ziel ist nicht konkret genug, um für dich attraktiv zu sein.

Das war jetzt ein Beispiel, wie du aus positiven Emotionen die Motivation tanken kannst, deine Sparvorhaben durchzuziehen. Bei manchen Zielen kann es aber einen weitaus größeren Hebel haben, wenn du dir eine Situation in der Zukunft vorstellst, die eher mit negativen Gefühlen wie Sorgen oder Ängsten behaftet ist.

Ich habe ja schon in der ersten Episode erwähnt, dass einer meiner wesentlichen Gründe für den Vermögensaufbau ist, dass ich im Alter Sicherheit haben möchte. Die Sicherheit, dass ich mir keine finanziellen Sorgen machen muss, sobald ich nicht mehr arbeiten kann oder möchte.

Für mich ist es eine Horrorvorstellung, dass ich mir als Rentner einen gewissen Lebensstandard nicht mehr leisten kann. Mit 70 Jahren noch arbeiten zu müssen, weil ich mich sonst nicht über Wasser halten kann, will ich auf jeden Fall vermeiden.

Ich verbinde diesen negativen Blickwinkel aber zusätzlich noch mit etwas Positivem.

Wenn ich mir jetzt neben der gesetzlichen Rente ein Vermögen aufbaue, dann kann ich viel Zeit mit meinen Kindern und Enkelkindern verbringen. Weil ich eben nicht gezwungen bin, weiter zu arbeiten. Oder ich kann meiner Familie bei ihren Zielen finanziell unter die Arme greifen. Zum Beispiel meinem Kind die Hochzeitsreise zahlen oder auch meinem Enkelkind einen Zuschuss für das Studium geben.

Eine gesunde Mischung aus positiven und negativen Gedanken motiviert besonders

Meiner Meinung nach macht es die gesunde Mischung. Mach dir bei jedem Sparziel sowohl die positiven als auch die negativen Konsequenzen bewusst, wenn du das Ziel erreichst oder eben nicht. Beides spornt dich auf die eine oder andere Weise an durchzuhalten. Wenn du viele Gründe im Kopf hast, die die Erreichung des Ziels für dich erstrebenswert machen, fördert das deine Motivation.

Diese Motivation ist auch das, was letztendlich darüber entscheidet, ob du dein Sparziel erreichen wirst.

Kurzfristig für drei Monate zurückzustecken, um dir hinterher den neuen Fernseher zu kaufen, ist noch relativ einfach. Die Erreichung des Ziels ist absehbar.

Bei langfristigen Sparzielen wird es immer wieder Versuchungen geben, das Ersparte jetzt doch noch zumindest teilweise auszugeben.

Die Unternehmen haben ihre Methoden perfektioniert, um uns zum Kauf zu bewegen. Die Werbung suggeriert uns ständig, dass wir unbedingt noch dieses oder jenes brauchen, um im Trend zu sein. Die Konsequenz ist, dass wir in einer Konsumgesellschaft leben. Viele definieren sich heute über ihren Besitz. Da ist es nicht immer einfach zu widerstehen und sich darauf zu besinnen, was man wirklich braucht.

Um diesem Drang nicht doch noch nachzugeben, muss die Motivation höher sein, das Lebensziel zu erreichen, das hinter dem langfristigen Sparziel steckt. Wenn sie das nicht ist, dann wirst du den unnötigen Kauf tätigen. Die Folge ist, dass du dich im gleichen Zug zumindest finanziell von deinem Lebensziel entfernst.

Setze dir realistische Ziele!

Ein nachhaltiges Sparziel macht für mich außerdem aus, dass du es realistisch erreichen kannst. Einen Anhaltspunkt liefert dir hier dein Sparpotenzial.

Wenn du im ersten Schritt dein Lebensziel spezifiziert hast, dann weißt du auch, wie hoch deine Sparrate sein muss. Falls die schon jetzt dein Sparpotenzial überschreitet, kannst du das Sparziel zum momentanen Zeitpunkt nicht erreichen.

Das muss jetzt aber nicht zwingend heißen, dass es deswegen automatisch unrealistisch ist. Ich habe dir in der zweiten Folge mehrere Möglichkeiten gezeigt, wie du dein Sparpotenzial erhöhen kannst. Je nachdem, wie wichtig dir das Lebensziel ist, kannst du mehrere davon anwenden, um doch noch das notwendige Kleingeld zu sammeln.

Ansonsten hast du immer noch den Faktor Zeit. Vielleicht schaffst du es nicht, dein Sparziel wie zuerst geplant in drei Jahren zu erreichen. Fünf Jahre können aber schon wieder realistisch sein.

Langfristige Ziele können einschüchternd wirken

Die Krux bei langfristigen Sparzielen ist, dass sie meistens auch sehr hoch sind. Ein Beispiel hierfür ist das Sparen auf ein Eigenheim.

In dem Fall könntest du dir mit deiner Partnerin ausgerechnet haben, dass ihr in den nächsten 10 Jahren 50.000 Euro Eigenkapital ansparen müsst, um euch euer Traumhaus zu leisten.

So eine Summe kann einen erstmal erschlagen und demotivieren.

In dieser Situation ist es sinnvoll, das große Ziel in kleinere Meilensteine aufzuteilen. Setzt euch quartalsweise Ziele. Wenn ihr ungefähr gleich verdient, dann könnt ihr beispielsweise festlegen, dass jeder pro Quartal 625 Euro einbringen muss. Diesen Betrag muss jeder von euch zurücklegen, wenn man Zinsen und Inflation unberücksichtigt lässt.

Der Gedanke hinter dieser quartalsweisen Meilensteine ist, dass ihr am Ball bleibt, weil ihr immer wieder kleine Erfolgserlebnisse verbuchen könnt. Außerdem ist das Ziel, pro Quartal 625 Euro zu sparen viel näher, als 50.000 Euro in 10 Jahren.

Langfristige Lebensziele festlegen und priorisieren

Bisher habe ich immer nur darüber gesprochen, wie du die Chancen erhöhen kannst, dass du ein Sparziel erreichst. Ich gehe mal davon, dass es bei dir ähnlich wie bei mir ist und du mehrere große Lebensziele hast. Diese Lebensziele sind oftmals auch Entscheidungen für einen bestimmten Lifestyle. Es sind die Antworten auf Fragen wie…

  • Möchtest du eine Familie gründen oder einfach nur das Leben mit deinem Partner zu zweit genießen?
  • Möchtet ihr beide langfristig in einer eigenen Immobilie wohnen, oder ist euch die Flexibilität einer Mietwohnung wichtig?
  • Legst du großen Wert auf Materielles wie ein schickes Auto oder denkst du eher funktional?

Alle diese Lebensentscheidungen haben einen wesentlichen Einfluss auf deine Finanzplanung.

Stell dir also die Frage, wie du dir dein zukünftiges Leben vorstellst. Danach kannst du dir Gedanken dazu machen, wie Geld dich dabei unterstützen kann, diese Lebensziele zu erreichen. Denn genau das ist meiner Ansicht nach am Ende des Tages die Aufgabe des Geldes. Sparen ist kein Selbstzweck.

Einige von diesen Lebenszielen sind komplementär. Sie lassen sich also miteinander vereinbaren. Andere Ziele konkurrieren untereinander. Wenn es so ist, dann musst die Prioritäten setzen.

Nehmen wir an, dass du eine Familie mit zwei Kindern gründen möchtest und von einem Eigenheim träumst. Deine Altersvorsorge ist dir auch wichtig.

Gleichzeitig bist du aber auch ein Mensch, der großen Wert auf Prestige-Objekte wie teure Autos oder Marken-Outfits legt.

An dieser Stelle wirst du dich entscheiden müssen. Falls du nur wegen der Marke das teurere Auto wählst, dann kann das schnell fünfstellige Löcher in deinen Haushalt reißen. Zumindest wenn du es Cash bezahlst.

Das ist auch das, was ich dir empfehle. Alles andere macht keinen Sinn.

Prestige solltest du dir auf keinen Fall auf Pump leisten.

Im Umkehrschluss fehlt dir dann dieses Geld aber wieder für deine anderen Ziele. Intensiver Konsum verlangsamt die verfügbaren finanziellen Ressourcen für ein Eigenheim oder eine ausreichende Altersvorsorge enorm.

Ein Beispiel für komplementäre Ziele ist das Eigenheim in Kombination mit der Altersvorsorge. Die selbstgenutzte Immobilie kann einen Baustein für die Altersvorsorge darstellen. Gepaart mit einem Aktienportfolio und einem Cash-Betrag bist du hier gut aufgestellt.

Die Immobilie sollte aber niemals deine einzige Altersvorsorge sein. Zwar sparst du dir die Miete, aber mit der gesetzlichen Rente kann es schnell knapp werden, wenn eine größere Reparatur beim Haus oder dem Auto anstehst.

Ich denke, das Prinzip von komplementären und konkurrierenden Zielen sollte klar geworden sein.

Schreibe deine Ziele auf!

Sobald du fertig bist, macht es Sinn, dass du dir deine Ziele aufschreibst. Halte schriftlich fest, was du dir vorgenommen hast. Notiere grob, warum du dieses Sparziel gesetzt hast, wie hoch es ist und bis wann du es erreichen möchtest.

Das führt dazu, dass du dich deinen Zielen viel mehr verpflichtet fühlst.

Wenn du dir die Ziele nur im Kopf gesetzt hast, dann besteht die Gefahr, dass du sie nach Gutdünken anpasst. Natürlich gibt es Situationen, in denen du deine Strategie überdenken musst.

Größere Konsumausgaben gehören aber definitiv nicht dazu. Genau die lassen uns aber häufig schwach werden, weil wir so kurzfristige Bedürfnisse befriedigen.

Top 5 Erkenntnisse dieser Episode

Zum Abschluss nochmal die Top 5 Erkenntnisse aus dieser Folge zusammengefasst.

  • Spezifiziere deine Lebensziele so genau wie möglich und entwickle realistische Sparziele daraus.
  • Mache dir bewusst, welche positiven und negativen Folgen es hat, wenn du dein Ziel nicht erreichst. Nutze die Vorstellung an diese Konsequenzen, um kurzfristigen Versuchungen zu widerstehen.
  • Wandle hohe Sparziele in kleinere Meilensteine um, um deine Motivation weiter zu erhöhen.
  • Zu guter Letzt: Verschaffe dir einen Überblick über deine Lebensziele und priorisiere sie.

Abschließende Worte

So. Das wars mit der heutigen Episode von „Jung anlegen. Frei leben.“.

Falls dir spontan Freunde einfallen, für die diese Folge auch hilfreich sein könnte, freue ich mich natürlich drüber, wenn du den Podcast weiterempfiehlst.

Wenn du keine Folge mehr verpassen möchtest, kannst du den Podcast kostenlos auf iTunes und Spotify abonnieren. Dann bekommst du eine Benachrichtigung, sobald eine neue Folge online ist.

Schick mir gerne Feedback oder Fragen an felix@jung-anlegen.de.

Das wars von mir. Bis zum nächsten Mal!

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