#002: So schaffst Du die Voraussetzungen für Deinen erfolgreichen Vermögensaufbau

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Der Podcast zum Nachlesen

Servus, mein Name ist Felix Großmann und es freut mich, dass du bei der heutigen Episode von „Jung anlegen. Frei leben.“ wieder dabei bist.

Denk dran, dass du dir keine Notizen machen musst. Du findest alle wichtigen Informationen zu dieser Episode unter http://www.jung-anlegen.de/shownotes.

Mit dieser Folge beginnt der erste große Themenblock. Ich zeige dir, wie du deinen Vermögensaufbau auf ein solides Fundament stellen kannst.

Dazu musst du die Voraussetzungen schaffen, die es dir ermöglichen, Geld zurückzulegen. Die beste Anlagestrategie der Welt hilft dir nichts, wenn du kein Geld hast, um sie umzusetzen. Es macht auch wenig Sinn, dass du dir ein Sparziel setzt, ohne überhaupt zu wissen, was du realistisch zurücklegen kannst.

Der erste Schritt besteht also darin, dass du dir einen Überblick über deine aktuelle finanzielle Situation verschaffst.

Finanzguru: Das Tool für den schnellen Überblick

Ein praktischer Helfer für diese Aufgabe ist meiner Meinung nach die App Finanzguru. Mit Finanzguru behalte ich jetzt schon seit einiger Zeit meinen finanziellen Spielraum bis zum nächsten Gehalt im Auge. Besonders hilfreich ist die App aber auch, um einen Überblick über den eigenen Status Quo zu gewinnen.

Im ersten Schritt verknüpfst du dein Girokonto mit der App. Die Entwickler bekommen jedoch keinen direkten Zugriff auf deine Bankdaten. Die werden verschlüsselt auf den Servern abgelegt und nur mit dem richtigen Passwort kann man auf deine Informationen zugreifen.

Ich verlinke dir weiterführende Informationen zur Datensicherheit bei Finanzguru in den Shownotes. Das jetzt genauer zu besprechen würde den Rahmen dieser Episode sprengen. Mich persönlich hat das Konzept überzeugt, daher nutze ich es.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wenn die Verknüpfung des Bankkontos erfolgreich abgeschlossen ist, werden deine Kontobewegungen der letzten Jahre analysiert. Das passiert innerhalb von wenigen Minuten.

Das Ergebnis ist eine Aufstellung deiner regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben. Die können monatlich anfallen, wie beispielsweise dein Gehalt, oder quartalsweise wie bei mir die GEZ.

Innerhalb kurzer Zeit hast du so einen guten Überblick, welche Zahlungen bei dir regelmäßig anfallen.

Besonders interessant finde ich auch die Funktion, dass Finanzguru in Echtzeit dein frei verfügbares Guthaben berechnet. Du weißt also jederzeit, wie viel Geld du tatsächlich noch nach Abzug aller fixen Ausgaben bis zum nächsten Gehaltseingang zur Verfügung hast. Neben den fixen Buchungen werden aber auch alle unregelmäßigen Geldeingänge und Zahlungen einbezogen. Beispiele für unregelmäßige Buchungen sind dein Wocheneinkauf oder auch Restaurantbesuche.

Ein weiteres nettes Feature sind die Finanztipps. Die App berechnet dir beispielsweise deinen individuellen Notgroschen. Den solltest du immer für unerwartete Sonderausgaben auf der hohen Kante haben. Warum der Notgroschen auch eine wesentliche Rolle beim Vermögensaufbau spielt, erfährst in einer der kommenden Episoden.

MoneyControl: Das klassische Haushaltsbuch

Trotz den vielen Vorteilen kann ich es nachvollziehen, wenn du dein Konto nicht mit einer App verknüpfen möchtest. Alternativ kannst du auch ein klassisches Haushaltsbuch führen. Das erfordert zwar etwas mehr manuellen Einsatz, funktioniert aber genauso gut.

Meine persönliche Empfehlung ist hier wieder eine App. Das hat den einfachen Grund, dass du so Kosten direkt dann eintragen kannst, wenn sie anfallen. Dein Handy hast du schließlich im Normalfall immer dabei.

Ich würde kläglich bei dem Versuch scheitern, mir meine über den Tag verteilten Ausgaben zu merken. Da wüsste ich abends nicht mal mehr die Hälfte von dem, was ich eintragen muss.

Damit dir das nicht passiert, habe ich einen weiteren Tipp für dich. Bevor ich Finanzguru für mich entdeckt habe, war ich ein großer Fan von MoneyControl. Mit dieser App hast du dein Haushaltsbuch immer dabei.

Deine wiederkehrenden Zahlungen musst du hier manuell eintragen. Damit du nichts vergisst, empfehle ich dir, deine Kontoauszüge der letzten beiden Jahre nach regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben zu durchforsten. Du musst praktisch die Arbeit manuell machen, die dir der Finanzguru abgenommen hätte. Das hört sich jetzt erstmal nach viel Arbeit an, aber spätestens nach einer Stunde hast du das geschafft. Den größten Teil der Auszüge kann man im Normalfall direkt überfliegen. Die Einträge wiederholen sich wegen deinen Fixkosten ständig.

Im Gegensatz zu Finanzguru kannst du mit MoneyControl aber auch deine Barzahlungen tracken. Dazu musst du nur ein eigenes Konto für deinen Geldbeutel erstellen. Wenn du Geld abhebst, dann buchst du in der App das Geld einfach von deinem Girokonto auf das Geldbeutel-Konto.

Im Vergleich dazu siehst du bei Finanzguru lediglich die Auszahlung, wie sie auf deinem Konto verbucht ist. Ein Bargeld-Konto kannst du leider noch nicht manuell anlegen.

Je nachdem, ob du lieber mit EC-Karte oder bar zahlst, kann diese Funktionalität ein wichtiger Aspekt sein.

Vielleicht geht es dir wie mir und du kannst auch innerhalb kürzester Zeit nicht mehr sagen, wofür du dein Bargeld ausgegeben hast. Gerade erst hundert Euro abgehoben und schwups, schon sind wieder 70 Euro weg. Dann wird erstmal eine halbe Ewigkeit überlegt, wohin das Geld geflossen ist. So geht es mir auf jeden Fall ständig.

Zeitweise habe ich es aber auch übertrieben und jede Packung Kaugummi dokumentiert. Mich hat es genervt, dass gefühlt viel Geld einfach verpufft ist. Das war das eine Extrem.

Auf der anderen Seite solltest du aber natürlich auch nicht zu lasch eintragen. Sonst stimmt die Schätzung für dein frei verfügbares Guthaben in diesen Monat hinten und vorne nicht. Einen guten Überblick, wo dein Geld hinwandert, bekommst du so nicht.

Abschließend noch ein paar Worte zu den Kosten der Apps.

Finanzguru ist kostenlos. Aktuell arbeiten die Entwickler zwar an einem Pay-Modell mit erweiterten Funktionen, aber von dem sind die jetzt frei verfügbaren Funktionen nicht betroffen. In Money Control hast du jeden Monat 20 Buchungen frei. Unlimitierte Buchungen dauerhaft freizuschalten kostet aber meines Wissens nur 2,99 Euro, was für den Leistungsumfang meiner Ansicht nach mehr als gerechtfertigt ist.

Natürlich kannst du auch jede beliebige andere App verwenden. Ich habe für diese Podcast-Folge keinerlei Provision erhalten. Die beiden vorgestellten Apps kann ich guten Gewissen empfehlen, weil ich sie entweder sehr lange gern genutzt habe oder immer noch nutze.

Der Kassensturz: Lebst du über deine Verhältnisse?

Egal für welche Variante du dich entscheidest: Am Ende sollte eine Aufstellung stehen, welche fixen monatlichen Einnahmen und Ausgaben du hast.

Zahlungen, die quartalsweise anfallen, kannst du durch 3 teilen, um sie auf die Monate aufzuteilen. Die GEZ kostet 52,50 Euro pro Quartal, was pro Monat 17,50 Euro macht. Analog dazu teilst du jährliche Ausgaben durch 12.

Im nächsten Schritt ziehst du dann deine fixen monatlichen Ausgaben von den Einnahmen ab.

Nehmen wir an, dass du 2.000 Euro im Monat verdienst und deine fixen Kosten sich auf 900 Euro pro Monat belaufen. Dir bleiben noch 1.100 Euro pro Monat.

Bisher sind aber lediglich die Fixkosten bezahlt. Jetzt musst du dir noch Gedanken dazu machen, wie viel Geld du monatlich für Essen, Kleidung oder Freizeit ausgeben möchtest. Im Beispiel gehen wir mal von weiteren 600 Euro aus. Wenn du die von den 1.100 Euro abziehst, bleiben dir effektiv 500 Euro, die du sparen kannst. Das ist dein persönliches Sparpotenzial für den Moment.

Im Idealfall ist dieses Sparpotenzial wie im Beispiel positiv. Wenn das so ist, dann verdienst du mehr, als du ausgibst. Das ist schon mal ein guter Anfang.

Falls dein Sparpotenzial aber negativ ist, solltest du dir dringend Gedanken über deine Ausgaben machen. Bei dir müssen quasi alle Alarmglocken läuten. Im Endeffekt lebst du gerade über deine Verhältnisse. Wenn du so weitermachst, dann kommst du über kurz oder lang in finanzielle Schwierigkeiten.

Du hast jetzt zwei Möglichkeiten, um das Sparpotenzial zu erhöhen. Entweder du steigerst deine Einnahmen oder du senkst deine Ausgaben.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du deine Einnahmen steigern kannst. Ich zähle jetzt einfach mal ein paar Klassiker auf.

Einnahmen steigern

Du kannst prüfen, ob du eine Gehaltserhöhung durchsetzen kannst. Wenn du dich seit der letzten wesentlich weiterentwickelt hast, dann stiftest du einen größeren Mehrwert für dein Unternehmen. Das sollte dein Chef auch dementsprechend honorieren.

Such dir alternativ einen Nebenjob. Eine Bekannte von mir arbeitet hauptberuflich als Erzieherin und am Wochenende noch als Barkeeperin. Das müsste sie nicht tun, aber so ermöglicht sie sich noch einen höheren Lebensstandard. Außerdem macht es ihr viel Spaß, weil sie auch schon vorher gerne feiern gegangen ist.

Alternativ kannst du dir natürlich auch ein Business neben deinem Beruf aufbauen.

Ausgaben senken

Den Rotstift anzusetzen ist meistens aber erstmal einfacher. Der nächste Schritt besteht also darin, dir deine Ausgabenseite genauer anzusehen. Vor allem, wenn du ein negatives Sparpotenzial hast, ist das wichtig. Es macht aber mindestens genauso viel Sinn, wenn du mit einem positiven Sparpotenzial prüfst, ob du manche Ausgaben nicht streichen kannst.

Oft hat man noch Abo-Leichen, die man einsparen kann, ohne dass man Lebensqualität einbüßt. Schlichtweg, weil man sie nicht mehr nutzt.

Viele Leute haben beispielswiese ihr Fitness-Studio seit vielen Monaten nicht mehr von innen gesehen. Was sich bei den meisten von ihnen auch so schnell nicht ändern wird, aber trotzdem zahlen sie immer noch den vollen Betrag.

Neben den regelmäßigen Ausgaben solltest du aber auch deine unregelmäßigen Ausgaben im Blick behalten.

Wenn du häufig mit deinen Freunden auswärts essen gehst, dann ist das wesentlich teurer, als wenn ihr zu Hause gemeinsam kocht.

Anstatt im Sommer jedes Wochenende im Biergarten rumzuhängen, kannst du mit deinen Kumpels auch einfach mal mit einem Kasten Bier an den See fahren.

Ich wette, dass du auch Einsparpotenziale findest, um deine Sparrate weiter zu erhöhen. Und das, ohne dabei auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Im Endeffekt sollte man immer den Nutzen mit den Kosten abwägen.

Egal welche Ziele du verfolgst. Ob sie kurz-, mittel- oder langfristig auslegt sind. Der Überschuss ist die Grundlage dafür, dass du deinen Träumen näherkommst.

Die 752er-Regel

Zum Schluss möchte ich dir noch eine interessante Daumenregel mitgeben, die ich schon vor längerer Zeit mit meinen Followern auf Instagram geteilt habe. Mit der sogenannten 752er-Regel kannst du überschlagen, wie viel Geld dich wöchentliche Mini-Ausgaben langfristig wirklich kosten.

Nehmen wir als Beispiel mal den klassischen Coffee to go. Den holst du dir jeden Morgen für 1,50 Euro auf dem Weg zur Arbeit. Außerdem gehst du noch ab und an mit Freunden Kaffee trinken und kommst so auf ca. 15 Euro pro Woche für Kaffee.

Jetzt multiplizierst du diese 15 Euro mit 752. Das Ergebnis ist die Summe, die du nach 10 Jahren angespart hättest, wenn du das Geld stattdessen investiert hättest. Ausgegangen wird bei dieser Regel von 7% Rendite pro Jahr, was bei Aktieninvestments durchaus realistisch ist.

Das heißt natürlich nicht, dass du zukünftig alle kostspieligen Freuden über Bord werfen sollst. Die Faustregel gibt dir vielmehr die Möglichkeit, dich bewusst für sie zu entscheiden oder etwas zu verändern, wenn sie dir das Geld eigentlich nicht wert sind.

Die heutige Episode kurz zusammengefasst

Das wars mit der heutigen Episode von „Jung Anlegen – Frei Leben“. Mit den Apps Finanzguru und MoneyControl habe ich dir zwei nützliche Tools vorgestellt, mit denen du dir schnell einen Überblick über deine Finanzen schaffen kannst. Außerdem habe ich dir gezeigt, wie du dein Sparpotenzial berechnest und wie du es steigern kannst.

Falls dir spontan Freunde einfallen, für die diese Folge auch hilfreich sein könnte, dann freue ich mich natürlich drüber, wenn du den Podcast weiterempfiehlst.

Wenn du keine Folge mehr verpassen möchtest, kannst du den Podcast kostenlos auf iTunes und Spotify abonnieren. Dann bekommst du eine Benachrichtigung, sobald eine neue Folge online ist.

Schick mir gerne Feedback oder Fragen an felix@jung-anlegen.de.

Das wars von mir. Bis zum nächsten Mal!

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